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Mangcheng – der umstrittene Landkreis


Der Landkreis Mangcheng liegt im Norden der Feuerprovinz am Jiba-Jiâng. Und während der Norden des Kreises, bedingt durch die Nachbarschaft zum Fluss, noch grün und fruchtbar ist, versteppt das Land in Richtung Süden immer mehr, bis die karge Vegetation schließlich einer kleinen Halbwüste weicht. Hier ragen einzelne Felsen aus dem kargen Boden auf, versperren die Sicht und bieten einen fremdartigen, teilweise fast bizarren Anblick. Kaum jemand, der bei Sinnen ist, durchquert dieses Gebiet freiwillig – doch unglücklicherweise führt gerade bei Hochwasser und Unwetter eine der schnellsten Routen von Ost nach West durch dieses Land, so dass hier immer wieder Botenreiter und wagemutige Karawanen anzutreffen sind. Auch die Fauna ist hier entsprechend ungezähmt und birgt Gefahren, die anderenorts längst ausgerottet sind.

Besonderheiten

Ebene der Qualen


Im Süden des Landkreises, am Rande der Halbwüste liegt eine karge Steppenlandschaft, die über und über mit Dornicht, Disteln und scharfkantigen Steinen übersät ist. Größere Säugetiere sucht man hier vergebens, dafür gibt es hier eine ganze Reihe giftiger Insekten und Reptilien. Immer wieder klingt seltsames Stöhnen an das Ohr der wenigen Vorbeireisenden, ein Stöhnen, dass manchmal wie gequälte Schreie klingt. Manche sagen, es sei nur der Wind, der über die Steine wehe und dabei scharfkantigen Sand mit sich führe - andere wiederum glauben steif und fest daran, diese Geräusche stammen von den gemarterten Seelen, die auch nach ihrem Tode hier noch weiter gefoltert würden. Und in der Tat gibt es einen Brauch aus grauer Vorzeit, der noch immer Anwendung findet, wenn auch nicht so häufig wie früher: Ein Verbrecher konnte ein Schicksalsurteil verlangen und wurde dann mit wenig mehr außer einer Hose und ein paar Sandalen an einer Stelle der Ebene ausgesetzt. Wem es gelingt, die Ebene zu durchqueren, der war frei und all seine Verbrechen vergessen - wer umdrehte wurde gnadenlos in Stücke gehackt. Es heißt, dass viele Verbrecher am Ende letzteren Tod vorzogen.

Splittersenke


Eine Senke unweit Yuèliangmangs, deren Boden gänzlich schwarz und mit Splittern aus Obsidian und Glas übersät ist. Hier wächst nichts - und niemand der bei Sinnen ist, sucht diesen Ort auf. Es heißt, dass sei die Senke gewesen, in der die Schlacht der Krieger der Dame im Mond gegen den General der Finsternis und dessen Heer entschieden worden sei. Andere glauben, dass dies der Ort sei, da der General aus den Höllen auffuhr.
Noch ältere Geschichten sprechen von „einem Stern, der vom Himmel stürzte“ - und so ist dieser Ort vielleicht die Stelle, an der nicht der General der Finsternis sondern die Dame im Mond zur Erde stürzte?

Haus der verlassenen Vögel


Das Haus der verlassenen Vögel ist ein Gehöft im Nirgendwo - und doch die Heimat vieler Menschen. Seit Jahrzehnten nimmt „Mutter Daiyu“ (Schwarze Jade) Waisenkinder auf, gibt ihnen ein Dach über dem Kopf und etwas zu Essen und lässt ihnen Erziehung angedeihen. Das Leben im Haus ist nicht leicht und die Kinder, die dort aufwachsen, müssen hart für ihren Lebensunterhalt arbeiten und trainieren. Und doch ist es das einzigste Zuhause, dass viele je kennen gelernt haben. Manche der Kinder bleiben, nachdem sie erwachsen sind, hier um Mutter Daiyu zur Hand zu gehen - die meisten jedoch werden irgendwann verkauft. Manche arbeiten als Diener, andere lernen Kämpfen oder werden von einem Bordell erworben. Zu Wohlstand bringt es dabei nur eine: Mutter Daiyu.

Politische Lage



Auch politisch hat der Kreis schon bessere Zeiten gesehen. Bedingt durch die eingekesselte Lage an der Nordgrenze und der Tatsache, dass die lukrativen Handelsrouten mittlerweile eher durch andere Landkreise führen, ist die Führung des Landes nicht immer leicht. Zur Zeit der Feudalherrschaft mussten die Bauern in schlechten Jahren darunter leiden - heute sieht sich der herrschende Wangetsu-Clan immer mehr in Schwierigkeiten, die Bevölkerung zu ernähren und gleichzeitig die Ordnung sowie eine starke Militärpräsenz aufrecht zu erhalten. Die Nachbarn lauern beständig auf eine Schwäche, um die wenigen Schätze des Landkreises dem ihren hinzuzufügen und den Clan der Wangetsu am Ende zu entmachten.

Einzig zwei Tatsachen haben wohl bisher verhindert, dass die Provinz von Anderen assimiliert wurde: Zum einen sind da die Frauen der Wangetsu. Der herrschende Clan war schon immer kinderreich und besonders durch schöne Töchter gesegnet. Das führte dazu, dass die Wangetsu in viele der Familien der Feuerprovinz (und darüber hinaus) eingeheiratet haben und so verschiedene alte Bündnisse und Vereinbarungen bestehen. Daneben werden viele Töchter des Clans bereits von klein auf in der Manipulation und Politik geschult - und so sind die klugen Ehefrauen des Wangetsu-Clans vital für das Überleben des Landkreises geworden. Mehr als eine geborene Wangetsu führt das Haus, in das sie einst einheiratete, hinter den Kulissen mit geschickter und skrupelloser Hand.
Das zweite Standbein des Clans mag sich dagegen vielleicht dereinst auch als das Werkzeug seines Untergangs erweisen. Nachdem es nicht möglich war, den Banditen und Schmugglern Herr zu werden, gingen die Wangetsu einst ein Bündnis mit den größeren Banden ein. Und so kommt es, dass Mangcheng hinter vorgehaltener Hand als einer der rechtslosesten Landkreise gelten kann. Nicht selten können sich Wegelagerer als sanktionierte Zollbeamte aufspielen, die Reisende auspressen und einen Gutteil des erlangten Geldes in die eigene Tasche stecken. Doch sorgt dies auch dafür, dass die Militärausgaben der Wangetsu erträglich bleiben und die Kriminalität nach außen hin erträglich scheint. Noch.

Mit der Rückkehr des Feuerprovinzmeisters jedoch ist jenem der Landkreis ins Auge gefallen. Offensichtlich möchte er der Lage in Mangcheng Herr werden und schickte den Samurai Saito Kaneda als neuen Inspektor von Mangcheng in den Norden, um „Handelsstrukturen zu überwachen“. Es ist noch nicht klar, wie der Wangetsu-Clan zu dieser Überwachung steht. Öffentlich haben sie sich noch nicht geäußert. Sicher ist, dass der neue Inspektor zumindest den kriminellen Banden ein Dorn im Auge ist.

broken_crown/haeuser/makrabar/mangcheng.txt · Zuletzt geändert: 2017/02/09 14:59 von weisser_rabe