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broken_crown:haeuser:makrabar:leg_feuer_ashura

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broken_crown:haeuser:makrabar:leg_feuer_ashura [2016/12/21 11:21] (aktuell)
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 +====== Die Legende von Ashura und Aminukara ======
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 +//Diese Legende stammt aus einer Zeit, als die ersten Menschen dort zu siedeln begannen, wo sich heute Makrabar befindet.// \\
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 +Die beiden Schwestern Ashura und Aminukara lebten als Prinzessinnen im Himmel und erfreuten sich an der Welt der Sterblichen. Ashura, die ältere der beiden, erwachte stets zur Dämmerstunde und wanderte im Zwielicht des ausklingenden Tages über die Erde. Sie liebte den Glanz der Sterne über sich und die Laute der nächtlichen Tiere, die im großen Wald lebten. Doch Ashura vernahm auch die Laute der Unterwelt. Es war an ihr, die derben Späße oder mordlüsternen Gedanken dieser Kreaturen zu beobachten und darauf zu achten, dass sie nicht überhandnahmen,​ in der Welt der Menschen.\\
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 +Aminukara dagegen war das direkte Gegenstück ihrer älteren Schwester. Sie liebte die Sonne und die lichtdurchfluteten Auen der Welt. Wenn der Schleier des Zwielichts riss und die Sonne den morgendlichen Himmel rot färbte, kam ihre Zeit. Und so wie Ashura in die niederen Ebenen des Weltgefüges blicken konnte, so vermochte Aminukara dies in Richtung Himmel. Sie pflegte ein gutes Verhältnis zu allen Lichtgestalten und den Göttern selbst. Doch auch hier gab es genug Zwist und Streit beizulegen, auf das die Harmonie der Welt nicht gestört wurde und die Menschen darunter litten, die diesen Mächten schutzlos gegenüber standen.\\
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 +So sorgten also die beiden ungleichen Schwestern für das Gleichgewicht zwischen der schattigen Unterwelt, der Welt der Menschen und den lichten Ebenen des Himmels. Und auch wenn die beiden Prinzessinnen sich nicht immer einig waren, ja sogar selbst in Streit geraten konnten, so nahmen sie ihre Aufgabe sehr ernst, die in ihrer Verantwortung lag und waren stets unermüdlich im Streben nach Harmonie.\\
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 +So war die Welt, das Universum und der Fluss des Chi im Einklang und Frieden herrschte vor.\\
 +\\
 +Eines Morgens, Ashura kam sehr erschöpft nach Hause, berichtete sie ihrer Schwester unglaubliches. Aminukara versuchte stets zu jener Stunde, in der die beiden sich besprachen, was vorgefallen war und worauf in der nächsten Wacht, geachtet werden sollte, ihren hellen Glanz unter einem Schleier zu verbergen, um ihre dunkle Schwester nicht unnötig zu blenden. Ashura dagegen zog ihren wallenden Umhang der Finsternis, eng um ihre bleichen Schultern, damit er ihre Schwester nicht einhüllen und seine Schatten ihren Glanz schwinden lassen konnten.\\
 +"Stell dir nur vor, Schwesterchen,​ als ich es in dieser Nacht endlich vermocht hatte, den Kobolden ihren unaufhaltsamen Raubzug durch die Dörfer der Menschen aus zu reden und gerade zu den Sterblichen aufbrechen wollte, um ihren verständlichen Rachedurst versiegen zu lassen, da - "\\
 +sie machte eine Pause und Aminukara konnte kaum still sitzen - so sehr erkannte sie die ungewohnte Erregung ihrer Schwester und sie platzte fast vor Neugier\\
 +"da kam ein Krieger aus der Richtung der menschlichen Dörfer daher."​\\
 +"Ein Gott? Oder ein Dämon? Spann mich nicht auf die Folter, so erzähle doch!" fragte die Jüngere von beiden.\\
 +"Er ist weder Gott noch Dämon. Er ist ein Mensch! Doch er gleicht keinem Menschen, dem ich bisher begegnet bin. Er ist stark. Sein Antlitz anmutig und sein Blick klar und fest. Aber das auffallendste an ihm ist, das er förmlich vor Chi-Fluss vibriert. Auf dem Rücken trägt er ein hell leuchtendes Langschwert,​ von solch einer Schönheit, dass ich mich fragte, welcher Schmied der Menschen dies Wunderwerk vollbrachte. Seine beeindruckende Rüstung dagegen ist dunkel und die Schnürung von der Farbe der Nacht. Er hält den Bogen in seiner Hand, mit solchem Geschick und solcher Kraft, das er alleine dadurch bei den Kobolden für helle Aufregung sorgte. Aber sie waren zu dreißigst und er allein. Nur mit all meiner Macht und meinem Wissen, konnte ich ein Blutbad verhindern."​ Mit diesen Worten endete ihr Bericht und sie musste sich vor Erschöpfung mit beiden Händen auf den Boden stützen. \\
 +Aminukara reichte ihr eine Schale Tee und sagte dann:\\
 +"Das hast du sehr gut gemacht, Schwester. Ich gratuliere dir. Hat dieser Krieger auch einen Namen? Denn wenn ich ihm begegnen sollte, so will ich nicht unhöflich erscheinen. Hat er dir seinen Namen genannt?"​ \\
 +Ashura blickte ihre Schwester lange an und sagte dann, mit flüsternder Stimme:\\
 +"Ja, er nannte mir seinen Namen. "​Krieger der Dämmerung"​ nennt er sich. Sein Schwert steht für das erwachende, oder verblassende Licht in diesen Stunden. Und seine Rüstung für die Dunkelheit, die herrscht oder weicht. Sein Bogen allerdings ist wie das Schicksal, dessen Pfeilen niemand entrinnen kann. Er ist ein erstaunlicher Mann." und sie senkte bescheiden ihren Blick - Aminukara konnte nicht sagen, ob aus Erschöpfung oder Bewunderung.\\
 +\\
 +Und so begann eine seltsame Zeit. Beide Schwestern versuchten immer wieder, mit diesem ungewöhnlichen Krieger zusammen zu treffen, um ihn auf seine Aufgabe vor zu bereiten. Es war beiden klar, dass er der Harmonie-Wahrer der Menschen war. Denn genau dann, wenn beide Schwestern am schwächsten waren, in der Dämmerung, fand nun dieser Kämpfer seinen Platz. \\
 +Immer wenn sich nun die beiden Prinzessinnen trafen, um sich Bericht zu geben, sprachen sie auch von ihm. Ashura entging es dabei nicht, dass Aminukara vom "​Krieger der Dämmerung",​ sehr angetan zu sein schien, seit sie ihm das erste Mal begegnet war. Immer öfter schwärmte sie von seiner Anmut, seiner Kraft, seiner Geduld im Kampf und seiner sicheren Hand.\\
 +\\
 +Ashura aber hatte sich bei ihrer ersten Begegnung in diesen ungewöhnlichen Menschen verliebt. Da eine solche Verbindung aber beiden Harmoniewahrerinnen bei strengsten Strafen untersagt war, hatte sie ihre Gefühle für sich behalten und sich auch ihrer Schwester nicht anvertraut. Aber immer, wenn die Sterne in besonders klaren Nächten wie Tränen schimmerten und der totenbleiche Mond die Wälder mit seinem geheimnisvollem Licht umspielte, dann hielt es ihre Gefühle nicht länger in der Zelle, in die sie sie zu sperren hoffte. Und sie sehnte sich nach dem Sterblichen. Nach einer solchen Nacht ärgerte sie sich über ihre Schwäche und ihre kindlichen Träumereien. Und dann begrub sie die Gefühle ihres Herzens wieder unter Dunkelheit, wie unter einer schweren Decke.\\
 +Wenn sie nun ihre Schwester über den Krieger reden hörte, wie sie alles an ihm bewunderte und ohne dass sie es jemals direkt aussprach, lauthals von ihrer Liebe zu ihm erzählte, und dabei nicht einmal den Anstand besaß, beschämt zu Boden zu blicken, sondern in all ihrem Licht erstrahlte, so dass es Ashura schmerzlich blendete, dann tat es jedes Mal einen Stich in ihrem Herzen. Ashura war eifersüchtig auf ihre jüngere Schwester.\\
 +\\
 +Eines Abends, Aminukara, kam müde von ihrem Tagwerk zurück, hatte Ashura Tee aufgesetzt. Und nach dem die jüngere Schwester berichtet hatte, was vorgefallen war, sagte Ashura:\\
 +"​Schwester,​ darf ich dich bitten, noch ein wenig auf zu bleiben? Ich habe zum Tee erlesenes Gebäck bereitgestellt und bitte dich, mit mir noch ein wenig zu sitzen. Wir haben uns zu unterhalten."​\\
 +Aminukara, ganz ihrem Wesen entsprechend,​ schob ihre Müdigkeit beiseite und freute sich über diese Einladung. Wobei sie nicht zu verstehen schien, weshalb ihre ältere Schwester, so darauf drängte, sich zu unterhalten. Alleine diese vorgegebene Unwissenheit ärgerte Ashura, obwohl sie sich geschworen hatte, dieses Thema nüchtern und sachlich zu bereden. Als beide ein paar wenige Schlucke dampfenden Tee geschlürft hatten, und das Abendrot langsam zu verblassen begann, gab sich Ashura innerlich einen Stoß. \\
 +"​Schwester,​ bitte höre mir nun genau zu. Ich weiß sehr wohl, wie sehr du diesem "​Krieger der Dämmerung"​ zu getan bist und würde mich darüber freuen, wenn es möglich wäre. Aber du weißt sehr wohl, dass uns solche Gefühle für einen Sterblichen untersagt sind. Die Verbindung unseres Geistes zu einem Totgeweihten,​ würde die kosmische Harmonie stören. Denn du würdest ihn zu beschützen suchen, sein Leben zu verlängern suchen und sein Tot würde dich traurig machen. Voller Schmerz würdest du dich am Ende gegen mich wenden, da ich zu den Schatten gehöre. All dies würde zu Chaos und einer Vergiftung des Chi Flusses führen. Und, obwohl ich sehe, wie sehr dich meine Worte schmerzen, du weißt um unsere Gesetze. Du weißt, dass ich Recht habe. Also nimm dir ein wenig Zeit, überlasse mir den einen oder anderen Tag und versuche ihn aus deinem Herzen zu verbannen. Es wird das Beste für uns alle sein."​\\
 +\\
 +Aminukara schien mit jedem Wort ihrer Schwester ein kleines Stück mehr verblasst zu sein. Doch dann nickte sie zögerlich, erhob sich schweigend, und begab sich zu Bett. Ashura war zufrieden. Sie hatte das nötige getan um schlimmeres zu verhindern. Sie würde den Krieger der Dämmerung bitten, die Tage, die ihre Schwester sich zurückziehen würde, für sie zu bewachen. Denn Ashura selbst wusste, dass sie am Tage wenig zur Harmonie beitragen konnte. \\
 +Sie beeilte sich, den Krieger noch in den letzten Augenblicken der Dämmerung zu treffen und fand ihn meditierend auf einer Wiese inmitten erblühter Glockenblumen. Als sie sich ihm näherte, merkte sie erneut, wie ihr Herz zu beben begann. Doch auch dieses Mal versuchte sie ihre Gefühle zu beherrschen - und es gelang ihr. Stolz und unnahbar berichtet sie von einer kranken Schwester und bat ihn dann, die Tages-Schichten zu übernehmen. \\
 +Der Krieger war einverstanden,​ hatte allerdings eine Bedingung: \\
 +"Wenn ich unter der grellen Sonne des Tages wandeln sollte, so würde meine Kraft und mein Geist erheblich geschwächt. Nicht tödlich wäre dies, dennoch wäre ich ungeschickt mit dem Bogen, langsam mit dem Schwert und meine Worte wären verworren. Ich bitte dich, große Herrscherin über die Nacht, gib mir einen Teil deines Umhanges, damit ich die Dunkelheit stets um mich legen kann, sie wird mich vor den Sonnenstrahlen schützen. Und webe mit deinem Geist, eine Krone der Schatten um mein Haupt, auf das sich mein Wille nicht lähmen lässt."​\\
 +\\
 +Dieses Ansinnen, das der Krieger auf den Knien vorgetragen hatte, konnte sie ihm nicht verwehren. Und so gab sie ihm eine Hälfte ihrers Umhanges und wob eine Krone der Schatten um sein Haupt. Diese beiden Gaben schützten den Sterblichen,​ aber sie bedeuteten auch eine ständige Verbindung zu ihm. So kam es, dass Ashura, während ihre Schwester weinend im Bett lag, stets spürte was der Sterbliche spürte und stets wusste, was er wusste - sah, was er sah, sprach, was er sprach. Ohne es zu wollen, war sie ihm so nahe, wie nie zuvor. Und nach dem ersten Schrecken, begann sie es zu genießen. \\
 +Ashura sorgte sich rührend um ihre kleine Schwester. Machte ihr Tee, schüttelte die Decken auf und schirmte ihr Zimmer so gut es ging, gegen die Nacht ab. Sie stellte viele Lampen und Kerzen zu ihr, dass sie die Helligkeit der Sonne nicht allzu sehr vermisste. Aber Aminukara wurde schwächer und schwächer. Dennoch weinte sie jeden Tag um ihre Liebe. Und so lange dies der Fall wäre, wussten beide, war der Zeitpunkt noch nicht gekommen, in dem sie den Sterblichen aus ihrem Herzen verbannen konnte. \\
 +So wie Ashura litt, wenn sie das Elend ihrer Schwester sah, so sehr genoss sie die Verbindung zu ihm. Wohlweislich hatte sie ihrer Schwester darüber nichts gesagt und ihr vorgegaukelt,​ der Krieger, da er ein Mensch war, konnte sowohl nachts, wie Tags auf der Erde wandeln, ohne Schaden zu nehmen. Er sei nur ein wenig geschwächter,​ so dass sie, Ashura, ihren Geist immer wieder zu ihm lenken müsse, um zu sehen, wie es ihm ergehe. \\
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 +Aminukara glaubte ihr. \\
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 +Und dann kam der Tag, an dem die Menschen zum Krieg rüsteten. Sie wollten endgültig die Bedrohung durch die Kobolde beenden. Wären sie erst mal alle samt tot, würden sie in Frieden leben können. Sie beteten zu Aminukara, auf das ihr Licht ihnen zur Seite stehen möge und ihre Kraft ihnen einen schnellen Sieg ermöglichen würde über die Geschöpfe der Nacht. Aminukara hörte und spürte die Mönche der Sterblichen und ihre Gebete.\\
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 +Sie antwortete ihnen, dass sie jedoch zu schwach sei, um ihnen bei zu stehen. Und dass der Gott der Besinnlichkeit ein besserer Ratgeber sei, als sie. Als die erschrecken Mönche zu ihm zu beten begannen, füllte der Himmel sich mit lautem Grollen. Aminukara hatte gehofft, das die Gebete der Menschen zum Gott der Besinnlichkeit,​ ihren Rachedurst stillen möge, doch es kam anders. Da Aminukara am Tage zu Bett gelegen hatte und Ashura nicht mit den Göttern der Himmelsphäre sprechen konnte, war ihr entgangen, dass die Götter in Streit geraten waren. So erfuhr sie nun, dass sich der Gott der Zwietracht mit seinem Vetter, dem Gott der Harmonie, überworfen hatte. Durch diesen Streit lag der kleine Bruder des Gottes der Harmonie, der Gott der Besinnlichkeit,​ ebenfalls im Streit mit dem Gott der Zwietracht. So erhielten die Menschen keine Antwort von ihm. Sie waren verwirrt über das Donnern des Himmels und ängstigten sich. Doch dann sahen die Mönche das Schweigen der Götter und die Schwäche Aminukaras als Zeichen. Scheinbar mussten die blutlüsternen Wesen der Finsternis, von ihnen ausgerottet werden, um Licht und Harmonie wieder her zu stellen. Dies sei eine Prüfung; - so sagten die Abt des Klosters. Also zogen die Menschen grimmig in den Kampf. \\
 +Aminukara war verzweifelt. Sie nahm Verbindung zum "​Krieger der Dämmerung"​ auf. Konnte ihn jedoch nicht erreichen, irgendeine dunkle Kraft hielt ihren Geist von dem seinen fern. In ihrer Not weckte sie Ashura. Sie erzählte ihr alles und Ashura rief ohne Zögern den Krieger. Als Aminukara gewahr wurde, warum sie miteinander sprechen konnten, während sie ihn nicht zu erreichen vermochte und hörte, wie vertraut sie inzwischen waren, da flammte auch in ihr die Eifersucht auf. Sie begann ihrer Schwester Vorwürfe zu machen. \\
 +"So ist das also? Du glaubst wohl, du kannst dir alles erlauben. Sprichst von Verantwortung und Gesetz, während du hinter meinem Rücken, selbst genau das tust, was du mir versagt hast. Wie kannst du es wagen? Löse sofort deine Verbindung zu ihm, - denn der Tag unterliegt meiner Kontrolle!"​\\
 +"Was redest du da bloß? Ich habe es getan, damit er deinen Bereich sichern kann, ohne zu sterben. Es war nur zu deinem und seinem Besten!"​\\
 +"Aber du hast mich schändlich belogen!"​\\
 +"Warum hätte ich es dir sagen sollen? Du hättest es falsch verstanden!"​\\
 +"​Nicht,​ wenn du es mir erklärt hättest."​\\
 +"So sehr wie du in ihn vernarrt bist - es wäre dir gleich gewesen, was ich sage. Sieh dich doch bloß an!"\\
 +"Nein! Du bist in ihn verliebt und hast mich deshalb schwächen wollen! Du wolltest uns trennen! Du falsche Schlange der Dunkelheit!"​\\
 +"Wie naiv du doch bist. Und ja - wenn er sich schon auf eine Verbindung mit einer Harmonie-Schwester einlässt, dann mit mir. Ich bin weitaus die mit mehr Erfahrung!"​\\
 +"Also doch: du liebst ihn! Es ist uns untersagt. Du hast das Gesetz gebrochen und mich verraten und nun sieh, was du angerichtet hast!"​\\
 +"Daran bist nur du alleine Schuld! Du brachst das Gesetz zu erst. Und ich habe dich noch in Schutz genommen. Ist das nun der Dank?"​\\
 +Wie die beiden Schwestern so stritten, hörten sie weder die Gebete der Kobolde, noch der Menschen und vor allem nicht, die des "​Kriegers der Dämmerung"​. \\
 +Die Kämpfer prallten in solcher Gewallt aufeinander,​ das die Erschütterung weit hinab in die Ebenen der Dunkelheit und auch weit hinaus in die lichten Himmelsphären zu spüren war. An diesem Tag wären die Menschen um ein Haar untergegangen. Und auch die Kobolde erlitten eine solche Vernichtung,​ dass sie sich über Jahrhunderte nicht davon erholen würden. Das schlimmste allerdings war, dass der Krieger der Dämmerung in diesem gewaltigen Kampf fiel. Mutig hatte er sich zwischen die Fronten gewagt. Als seine Worte weder die aufgepeitschten Menschen, noch die beleidigten Kobolde aufhalten konnte - schoss er Pfeil um Pfeil. Immer wieder drehte er sich um sich selbst und schoss einmal in die Menschen, einmal in die Kobolde. Als sein Köcher leer war, war die Hälfte der beiden Armeen getötet oder verwundet. Doch nun waren die Kämpfer erst recht voller Blutdurst. Sie stürmten aufeinander zu - das helle Schwert des Kriegers blitzte auf - und dann versank es inmitten der furchtbaren Schlacht.\\
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 +Beide Schwestern mussten sich für diese Verunreinigung der Harmonie und des Chi vor den größten und mächtigsten der Oberen und er Unteren Welt verantworten. Dort, vor Gericht, waren sie allerdings nicht bescheiden oder zeigten Reue, nein, ihr Schwesternzwist wurde nur noch verbissener. Und so fiel das Urteil:\\
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 +//Aminukara sollte von da ab im Himmel als Sonnengöttin herrschen. Die Menschen sollten sie anbeten können, aber sie sollte nie wieder direkt eingreifen in ihr Schicksal. Weit ab, hinter den Wolken musste sie seit dem zusehen, was die Menschen taten und konnte ihnen nur Antworten, wenn sie gerufen wurde. Tausend Jahre litt sie unter ihrer Hilflosigkeit. Und es heißt, wenn sie weint, regnet es. Wer ihr allerdings einen Tempel erbaue - der hole ein wenig ihrer Kraft auf die Erde herab.\\
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 +//Ashura wurde dagegen in die Unterwelt verbannt. Dort hüllte sie sich hunderte von Jahren in Dunkelheit und Trauer. Aber ihr Zorn, dass sie, die alles versucht hatte ihre Schwester zu schützen und dem Menschen nicht zu verfallen, nun so bestraft wurde, wuchs und wuchs. Es geht die Legende, dass sie zur Dämonengöttin geworden ist und es heißt, wenn irgendwann ein Menschen-Mädchen mit einer tätowierten Rose auf der Schulter ermordet werden sollte - sie Wiedergeboren würde, als Inkarnation Ashuras. Und dann würde sie über die Menschen herrschen - ihr Palast würde aus dem Himmel wachsen und so ihre alten Ansprüche geltent machen. Ein Zeitalter der Finsternis, - ein Zeitalter der Dämonen und Kobolde würde anbrechen.\\
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 +So kommt es, dass seit jener Zeit, das Chi der Erde gestört ist und unruhig hin und her fließt. Dass es nur Menschen mit großer Gabe spüren und regulieren können. Doch die Harmonie, die die beiden Schwestern zu erst geschützt und dann zerstört hatten, würde nie wieder solche Perfektion erlangen können, wie einst, als Ashura und Aminukara mit vereinten Kräften sie im Gleichgewicht hielten.\\
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 +//Was allerdings den gefallenen "​Krieger der Dämmerung"​ betrifft, so entschied das Gericht, durch ein Ritual, eine Kraft auf der Erde zu schaffen, die nur der Sterbliche erlangen könne, der stark genug, weiße genug und von tiefstem Ernst erfüllt sei, um sich mit einem Gott zu vereinen. Und jener Sterbliche würde die Menschen führen und schützen als menschgewordener Gott. Seine Macht sei unumstritten und sein Wissen um die göttlichen und dunklen Mächte sei groß. Niemand der Sterblichen solle ihn jemals in Frage stellen.//
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 +//Autor: Andreas Konrad//
  
broken_crown/haeuser/makrabar/leg_feuer_ashura.txt · Zuletzt geändert: 2016/12/21 11:21 von weisser_rabe