Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


broken_crown:haeuser:makrabar:hausspieler:xiaoyu_detail

Dies ist eine alte Version des Dokuments!


xiaoyu.jpg

Die Perlenringe Xiaoyus

In Makrabar zählt der Zusammenschluss größerer Gruppen mehr als die Familie. Nicht Blutsverwandtschaft bestimmt das eigene Sein, sondern die Taten, die man vollbringt. Nach makrabarischem Verständnis schlummert in jedem Neugeborenen das Potential einmal ein Meister zu werden. Kein Makrabari wird privilegiert geboren (mit Ausnahme derer, die wirklich privilegiert geboren werden), sondern jedem werden die selben Gaben vom Gottkaiser in die Wiege gelegt. In Makrabar geboren zu sein ist für Makrabari lediglich der Anfang einer Reise, die mit der „wertlosen“ Holzperle beginnt. Alle anderen Perlen, die sich ein Makrabari in seinem Leben verdient sind eben das, Verdienste. In den Makrabari ist die Vorstellung tief verankert, dass man nur durch harte Arbeit und bedingungslose Hingabe ans Ziel kommt. Eine andere Lebenseinstellung als Zielstrebigkeit ist nicht vorstellbar – einfach in den Tag hineinleben wird nicht etwa belächelt, sondern bedeutet, sich der himmlischen Ordnung zu widersetzen, der gemäß jeder Mensch eine Funktion hat und diese so gut wie möglich ausüben muss.

Am deutlichsten zeigt sich dies in der Fürstenstadt. Die Fürstenstadt Xiaoyu, Herz Makrabars, Zentrum der Welt und weltlicher Sitz des erhabenen Gottkaisers Hante Xiaoyu, Hochphönix von Makrabar, ist ein Mikrokosmos makrabarischer Sitte und Kultur.

Die Stadt selbst ist ringförmig aufgebaut. Hinter den gewaltigen Stadtmauern beginnt der Holzkreis. Sowohl innerhalb als auch außerhalb der Mauern Xiaoyus leben und arbeiten diejenigen Makrabari, welche keinen Ausbildungsberuf erlernt haben. Bei diesen handelt es sich zu einem kleinen Teil um Tagelöhner, die Seite an Seite mit den Auszubildenden der verschiedensten Ausbildungsstätten leben, deren Ziel es ist, ihren Schützlingen den Weg in den Rosenring zu ermöglichen. Hier befinden sich auch die Ammenheime und Betreuungsstätten für die Kinder der Fürstenstadt. Wird ein Kind in der Fürstenstadt geboren, bringen es seine Eltern, nachdem es die Holzperle erhalten hat, in den Holzring. Dort wird es entweder in einem Heim oder von einer bezahlten Amme aufgezogen. Die Ammen erstatten dabei, sollte dies der Wunsch der Eltern sein, regelmäßig Bericht über den geistigen und körperlichen Fortschritt der Kinder. Je nachdem, wie gelehrig sich das Kind zeig,t wird es auch einmal von den Eltern besucht und gelobt – eine hohe Ehre für den noch jungen Geist. In den meisten Fällen ist eine solche Amme die einzige Person, die weiß, welches Kind zu welchen Eltern gehört. Je nach eingeschätztem Potential soll es so auch schon vorgekommen sein, dass es zu Verwechslungen kam und ein begabteres Kind den reicheren Eltern zugeordnet wurde. Gerüchte besagen, dass daraufhin die jeweiligen Ammen ihren Beruf kurz darauf beenden, um sich in einem schöneren Teil Xiaoyus zur Ruhe zu setzen. In seltenen Fällen soll eine solche Amme schlicht nie wieder in der Fürstenstadt gesehen worden sein. Ein so zurückgelassenes Kind bekommt, wenn es Glück hat, noch die Chance einen einfachen Beruf zu lernen, oder es ergeht ihm wie vielen der ‚ausgesetzten Kinder’, um deren Existenz sich niemand schert, sie streiten sich mit den Ratten um die Reste einer Brotrinde in den verwinkelten Gassen innerhalb der Stadtmauer. Licht und Schatten liegen im Holzring sehr nah beieinander. Zwar kann man von dort den mit besten Blick auf den Jadepalast erhaschen, aber ebenso sollte man sich von den dunklen Gassen der enggebauten Holzhäuser fernhalten, wenn man den nächsten Tag noch erleben will.

Die nächste Ebene der Fürstenstadt bildet der Rosenring, der in verschiedene Stadtviertel gegliedert ist. So finden sich alle für die Fürstenstadt wichtigen Berufe, vom Bäcker über Schmiede, Tuchner, Müller, Goldschmiede, Schneider, Lederer, Maler, Kalligraphen sowie Papiermacher, Richter, Bader, Händler, Schreiner und so weiter in diesem Kreis. Die Viertel sind dabei so untergliedert, dass aufeinander aufbauende Berufszweige, wie etwa Tuchner und Schneider oder Papiermacher und Kalligraphen, in direkter Nähe zueinander zu finden sind, um Arbeitswege kurz und die Produktion effektiv zu halten. Auffällig ist, dass nur wenige Straßen vom Holzring in den Rosenring führen und diese streng bewacht sind. Wachposten achten stark darauf, dass nur wer mindestens eine Rosenquarzperle hat, sich auch im Rosenring aufhält. Ausnahmen bilden Makrabari, die durch ein entsprechendes Schreiben nachweisen können, dass sie in die inneren Kreise der Stadt vorgelassen werden dürfen. Zuwiderhandlungen oder unautorisiertes Herumlungern wird hart bestraft. Ohne Rosenquarzperle hat man im Rosenring nichts verloren.

Der nächstinnere Ring ist der Onyxring. Merklich architektonisch von den Gebäuden des Rosenringes (die vor allem durch schlichte Funktionalität beeindrucken) unterscheidbar, finden sich im Onyxring prächtige Häuser, Tempelanlagen und blühende Parkanlagen. Während im Rosenring die Häuser so dicht stehen, dass sich nicht einmal Kinder (die es dort natürlich nicht gibt) durch die Gassen hindurchquetschen könnten, entsteht durch die weiten gepflasterten Straßen des Onyxrings sofort ein Eindruck von Platz und Luxus. Nicht selten gehört zu einem der Beamtenhäuser auch ein eigener Zen Garten oder ein den Ahnen oder dem Hochphönix gewidmeter Schrein. Alle 4 Wege des Qi sind mit eigenen Pfadhäusern vertreten und auf den Straßen herrscht ein ruhiges, geschäftliches Treiben (im Kontrast zur Marktschreier-Atmosphäre des Rosenringes). Boten flitzen zwischen den einzelnen Verwaltungsstellen umher und unter den wachsamen Augen des Gottkaisers funktioniert das Beamtenviertel Xiaoyus wie eine gut geölte Maschine.

Die Mitte bildet schließlich der Palast des Hochphönix, im Zentrum der Stadt, mit den Behausungen und Arbeitsstätten des Hofstaates um den Jadepalast herum. Mit einer beeindruckenden Mauer vom Onyxring und dem Rest der Fürstenstadt abgetrennt führt nur eine einzige Straße in den Jadebereich. Die „Goldene Straße“, wie die Bewohner Xiaoyus sie nennen, ist die einzige Hauptstraße, die in gerader Linie durch alle Ringe der Stadt hindurchführt und vom Gottkaiser bei Ankunft und Abreise für rauschende Paraden genutzt wird. Sie verläuft dabei vom beeindruckenden Jadepalast des Fürsten in südlicher Richtung geradewegs bis an die Stelle wo Huixing und Bingshàn zum Fèiwó-Jiang werden. Einmal im Jahr, zu Beginn des Frühlings, schreitet der Hochphönix mit seinem gesamten Hofstaat zu diesem Punkt, um das Wachstum der Lotusfelder für ein weiteres Jahr zu segnen. Am „Himmelstor“, dem einzigen Zugang zum Jadebereich, stehen die Kuma-Inu, die Phönix-Garde, Tag und Nacht Wache und der bloße Versuch ohne Jadeperle oder ein entsprechendes Dokument durch das Tor zu schreiten, kann bereits endgültige Konsequenzen haben.

Passiert man das Himmelstor, tritt man ein in eine Welt voller Schönheit. Die gewaltigen Zen Gärten des Gottkaisers erscheinen das Qi beinahe sichtbar werden zu lassen, wenn sich der Blick in der perfekten Harmonie von Sand, Stein und Wasser verliert. Die Wege sind Marmor und Schiefer, präzise angeordnet im Wechselspiel von Licht und Dunkelheit. Wer die thronenden Mauern des Jadepalastes einmal mit eigenen Augen gesehen hat, wird jenen Dichtern beipflichten, welche seit Dekaden versuchen, mit Worten zu beschreiben, was nur ein erfülltes Makrabariherz fühlen kann. Die erschütternde Schönheit und die goldene Pracht der reich verzierten Wände ist dabei jedoch nur der Beginn einer Reise, welche nur der Schwarze Löwe gestatten kann. Am „Phönixtor“ des Jadepalastes wartet der gewaltige Mann mit den schwarzen Augen in sich ruhend wie ein Stein und bedrohlich wie ein nahender Sturm. Nur den engsten Vertrauten des Gottkaisers, den Besitzern der grünen Jadeperle, ist es gestattet, sich ohne Begleitung innerhalb der goldenen Mauern zu bewegen und was außerhalb der Mauern noch besinnliche Ruhe war, wird innerhalb schnell zu bedrohlicher Stille.

broken_crown/haeuser/makrabar/hausspieler/xiaoyu_detail.1481621715.txt.gz · Zuletzt geändert: 2016/12/13 10:35 von weisser_rabe