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Das organisierte Verbrechen in Makrabar

Die dunkle Vergangenheit der Erdstadt Kuang-Tu wird von den Erdstädtern selbst nur zu gern in Schweigen gehüllt, doch bevor Kuang-Tu zur Metropole des Handels und des Austausches mit den Ländern nördlich von Makrabar wurde, galt es lange Zeit als Zieldestination für Ausgestoßene und Verbrecher ganz Makrabars. Wer in Makrabar sein Gesicht verlor, ausgestoßen oder ins Exil geschickt wurde, dessen Reise führte ihn unweigerlich in die Erdstadt, der letzten Station vor den unbekannten Ländern der Gai-jin. Wer es nicht wagte, sein Heimatland zu verlassen, jedoch im Rest von Makrabar nicht mehr gesehen werden wollte oder konnte, blieb in der Erdstadt und baute sich dort unter Gleichgesinnten (oder Schlimmeren) eine neue Existenz auf.

Der Handel mit Aquilien und anderen Fürstentümern, deren findige Händler sich nur zu gern mit jenen Makrabari befassten, welche auch dubiosere Geschäfte nicht scheuten, blühte. Dies sorgte alsbald dafür, dass die Einwohner Kuang-Tu’s ihrem ‚Dunklen Erbe’ abschwören wollten, um sich eine respektable Reputation als Handelsstadt aufzubauen. Die aus ganz Makrabar eintreffenden zwielichtigen Gestalten sollten nicht länger in der Erdstadt verweilen und den Ruf der Stadt schädigen. So wurden die der Küste Kuang-Tu’s vorgelagerten Inseln zu Gefängnissen ausgebaut, welche zukünftig den Abschaum Makrabars beherbergen sollten.

Abgeschottet vom Rest Makrabars, der Willkür strafversetzter Aufseher ausgeliefert, prägten die dort festgehaltenen die Namen der drei Inseln:
• Liànyù (purgatory/Fegefeuer),
• Kaoda (Folter) und
• Juéwàng (Verzweiflung).

Um den tyrannischen Eskapaden der Aufseher und Gefängsniswärter zu entgehen, bildete sich zunächst unabhängig auf jeder Insel eine Gruppierung zum Schutz der dortigen Gefangenen. Nur wenigen gelang die Flucht und noch weniger bereisten auf ihrer Flucht alle drei Inseln, doch der in den Rängen des organisierten Verbrechens zur Legende aufgestiegene Meister Ho erkannte das Potential der einzelnen Gruppierungen. Durch geschickte Reden und mit dem Schmuggel überlebenswichtiger Güter verband er die isolierten Gruppen zu einer gemeinsamen Organisation, welche kurze Zeit später die Kontrolle über alle drei Inseln erlangen sollte. Es kam zu Aufständen; die Wärter, ihres Machtstatus beraubt, flüchteten und überließen die Gefängnisse ihrem Schicksal.

Die sich fortan „San Shima“ (die drei Inseln) nennende Organisation war geboren. Ihre Anführer sind bekannt als:
• Meister Ho (Juéwàng) aus der Feuerprovinz, Meisterschmuggler und Ausbruchskünstler,
• Ching Ching (Kaoda), der ‚gelbe Lotus’, vertriebener Alchemist und Drogenhändler aus der Holzprovinz und
• Mama Cheng (Liànyù), Zahlmeisterin und Schutzgelderpresserin aus der Metallstadt.

(Meister Ho, Ching Ching und Mama Cheng sind die Titel der drei „Paten“ der San-Shima. Die Namen der Gründer werden geehrt, indem sie als Titel an nachfolgende Anführer weitergegeben werden.)

Heute gibt es kaum eine zwielichtige Gegend in Makrabar, in der die San Shima nicht in irgendeiner Form Kontrolle ausüben. Zu erkennen an den drei tätowierten vertikalen schwarzen Punkten, sind die Mitglieder der San Shima in niederen Kreisen berüchtigt. Das bloße Zeigen der Tätowierung sorgt in manchen ländlicheren Gegenden Makrabars dafür, dass Gäste eines vollbesetzten Teehauses ihre Han auf den Tisch legen und gehen. In Kuang Tu teilt sich die Bevölkerung in drei Lager: Diejenigen, die den San Shima Geld schulden und diese fürchten, diejenigen die wohlhabend genug sind, mit den San Shima auf gleicher Augenhöhe Geschäfte zu machen und in friedlicher Koexistenz leben und denjenigen, für die eine ‚rosige Zukunft’ bedeutet, einmal selbst die drei schwarzen Punkte auf dem Leib zu tragen.

Dennoch treibt die San Shima ein strikter Ehrenkodex. Sie nehmen kein Leben ohne zunächst dreimal gewarnt zu haben, sie stehen treu hinter Makrabar (so absurd das klingen mag) und sind mächtige Verbündete gegen die Gai-Jin. Ihr clans-artiger fester Zusammenhalt speist sich aus der Zeit der drei Inseln vor dem „Ho-Ching-Cheng“ genannten Aufstand. Natürlich weiß der ehrwürdige Hochphönix von den San Shima, und solange sie im Zweifel auf der Seite Makrabars stehen werden sie geduldet. Auch ist den Mitgliedern der Organisation durchaus bewusst, dass sich der ein oder andere Schatten unter ihnen bewegt und so ist es nicht verwunderlich, dass auch unter dem Abschaum Makrabars, den Verbrechern und Betrügern, nie ein schlechtes Wort über den Gottkaiser fällt. Wenngleich jeder Makrabari hofft, niemals mit den San Shima in Kontakt zu kommen, so sind sie dennoch ehrenhafte Makrabari, deren Moralkodex schlicht ein eigener ist.

broken_crown/haeuser/makrabar/hausspieler/verbrechen.txt · Zuletzt geändert: 2014/10/13 21:42 von frotee